Der Brandschutz gehört
seit eh und je zu den herausragenden Obliegenheiten eines Ortes. Impulse
für die Verwirklichung in Colditz ging 1864 vom Turnverein aus. Auch
Stadtrat Fischer setzte sich nachdrücklich für die Gründung
einer örtlichen Freiwilligen Feuerwehr ein. Nach langfristiger Debatten
ergriff der damalige Bürgermeister Meyer die Initiative und fragte
am 12. Juli 1869 schriftlich beim Turnverein an, ob sie gewillt sind eine
Turnfeuerwehr zu gründen. Die amtliche Gründung fand dann am
23. Juli 1869 statt. Es wirkte sich nachteilig aus, dass sich die Gerätschaften
der Feuerwehr in mehreren Stadtteilen befanden. Deshalb baute man 1885
– 1889 das zur früheren Schwägerischen Fabrik gehörige
Wintertrockenhaus zu einem Spritzenhaus um.
Während der Baumaßnahmen einer Hochdruckwasserleitung in Colditz
wurden 1897 in das Leitungsnetz 70 Unter- bzw. Oberflurhydranten eingebaut.
Durch den Bau mehrstöckiger Gebäude 1905 genügte die kurzen
Anstellleitern nicht mehr. Deshalb wurde eine mechanische Ausziehleiter
von 14 m Länge angeschafft.
Aufgrund des veralteten, zeitraubenden Alarmierungssystem schuf die Stadt
1927 eine elektrische Melde- und Alarmierungseinrichtung. 1928 wurde dann
eine Sirene auf dem Rathausturm installiert. 1931 schaffte man eine fahrbare
Ausziehleiter von 16 m Länge an. Und 1936 eine Motorspritze mit einer
Leistung von 800 Ltr. Pro Minute. Gleichzeitig wurde ein motorisierter
Mannschaftswagen (Baujahr 1926) in den Dienst gestellt.
Der zweite Weltkrieg schwächte die Wehr sehr stark ein. Um die Einsatzfähigkeit
zu gewährleisten, wurde ihr u.a. sogenannte Notdienstverpflichtete,
meist Frauen, zugeordnet. 1946 erhielt die Colditzer Feuerwehr eine hölzerne
Schiebeleiter von der Brandiser Wehr. Des weiteren konnte die Gerätschaft
durch einen Tanker (Opel 3,6) aus früheren Wehrmachtsbeständen
ergänzt werden. 1949 schaffte man ein Löschfahrzeug LF 8 (Mercedes
Benz) an.
1966 wurde dann ein neues Löschfahrzeug, Robur 70, in den Dienst
gestellt und 1967 ein älteres Tanklöschfahrzeug H3 A (2000 Ltr.)
von Grimma nach Colditz umgesetzt. Im gleichen Jahr baute man noch ein
neues Gerätehaus ,Am Ring, mit 4 Fahrzeughallen, einem Gerätelager
und einem Schulungsraum.
1970 gründete man die außerschulische Arbeitsgemeinschaft „Junge
Brandschutzhelfer“.
Im Jahr 1980 wurde ein weiteres Löschfahrzeug S 4000 (mit 2000 Ltr.)
übernommen.
1984 tauschte man den Robur aus dem Jahr 1966 gegen ein neueres Modell
gleicher Marke aus. Zudem stellte man ein neues Tanklöschfahrzeug
(W50 mit 2000 Ltr. Wasser und 500 Ltr. Schaum) in den Dienst. Aufgrund
einer Verpflichtung der Stadt zur Mitwirkung im Katastrophenschutz stellte
der Bundeskatastrophenschutz 1990 ein Löschfahrzeug LF 16 (Mercedes)
und einen Hilfsrüstwagen vom Typ Robur zur Verfügung. Dieser
wurde dann 19... gegen einen ungenormten Rüstwagen vom Typ MAN /
VW ausgetauscht. Schließlich ergänzte das Landratsamt Muldentalkreis
19... die Katastrophenschutztechnik um einen fahrbaren Beleuchtungsturm
mit 6 Scheinwerfern (1600 Watt Leistung), dessen Mast man auf 12 m ausfahren
kann. Während der Hochwasser im Jahre 1954 / 1974 und 2002 waren
die Kameraden der Wehr Tag und Nacht im Einsatz. Das vorhandene Gerätehaus
wurde im Jahr 2000 erweitert. So entstanden zwei zusätzliche Fahrzeughallen,
ein neuer Schulungs- und Wehrleiterzimmer